Freitag, 12. Juni 2009

vermeintlich

Meine Busenfreundin Uli konnte sich nicht verkneifen, mich hämisch in der Runde als "Polyamore" (vermeintlich) zu denunzieren, als das Gespräch auf Horst Seehofers vermeintlich miteinander konkurrierende Frauen kam.
Was von einem Motorradkumpel mit "immer noch besser als polynorm" und einem freundlichen Nicken in meine Richtung und mit "da schweige ich jetzt lieber, als was zu entgegnen" und einem freundlichen Klopfen auf meine Schultern vom lieben Bruder kommentiert wurde.
Eines allerdings konnte ich mir darauf nicht verkneifen, ihr zu entgegnen: "Du bist auch polyamor, meine Liebe - nach dem vierten Bier - ich bin es nüchtern."

Dienstag, 24. März 2009

ganz ohne Distanz

Vollkommen distanzlos zusammen,
Dir nahe kommen wie es näher nicht geht,
ganz erfüllt von Dir, für einen Augenblick.

Umgeben von Deinen wärmenden Falten,
umfasst von Deinen haltenden Händen,
perfekt passend um dich gefügt, zuckend

für ein paar der schönsten Momente
mein Sein mit Dir teilen. Wir Nasen! Und
Deine Aromen mit meinen mischen

Schamlos geile Ansagen
in meine Ohren lassen,
und vom Hirn auf direktem Wege hinab.

Meine Nippel stehen Dir,
meine Muschi spritzt Dich an aus lauter Wollust,
meine Lenden beben, in Deinen Rhythmen -

Du sagst mir, ich Dir: ja! Voll der Wahnsinn!
Liebe ist.

Freitag, 20. Februar 2009

die Schönste

"Und du bist die Schönste von Euch Vieren" bemerkte meine Mutter lachend am Telefon, über das Foto, das meine Tochter von uns vier Freundinnen gemacht hatte, letzten Montag, auf dem Abschiedsessen für Ulrike, die für 3 Monate nach Mittelamerika reist. "Ich weiß" lachte ich locker wie selten. "Das kommt von dem unkomplizierten Sex ohne Verpflichtungen, den ich mir regelmäßig gönne." "Verschrei es nicht!" kicherte sie, und da wusste ich einmal wieder: ich liebe Dich, Ma.

Mittwoch, 21. Januar 2009

jetzt

"Wenn du mir jetzt auch nur einen Finger in die Möse schieben würdest, ich käme augenblicklich!"werfe ich ihm lachend zu, als wir den Sessellift verlassen und uns anschicken, die sonnenüberflutete Piste wieder hinabzufahren. Seit 3 Tagen sind wir hier gemeinsam unterwegs, mein Skilehrer und ich. Herrliche Aussichten, wundervoll griffiger, nicht mehr ganz frischer Schnee ... seit 3 Tagen in seine hellblauen, klaren Augen schauen, so oft ich mag, seinen warmen, starken Arm um die Hüfte gelegt kriegen, so oft es irgendwie geht, prickelnde, wohlige Spannung in jeder einzelnen Faser meines Körpers spüren ... ich fühle mich 30 Jahre zurückversetzt.

Damals war ich zu schüchtern, zu unsicher, mein Begehren benennen zu können - damals verloren wir uns, viel zu schnell, aus den Augen, für lange.
Heute, erwachsen, erfahren, gelassen, genieße ich jede Sekunde in seiner Nähe, und ich spüre, fühle, weiß, dass es ihm genauso geht. Die Kinder sind groß, doch wir sind noch immer jung genug, noch immer neugierig und hungrig nach Leben, nach Sonne, nach Wundern.

Am Abend treffen wir uns wieder. Jede Berührung steigert meine Erregung aufs fast Unerträgliche neu. Ein Kuss, eine Hand im Nacken, am Nippel, auf der sonnenverbrannten Haut: ein Augenblick, eine Berührung von Dir ... und ich komme.

Montag, 22. Dezember 2008

R-Evolution

"Sorry, ich komm' hier nicht weg. Können uns erst frühestens am Montag sehen." Dieser kleine, unbedeutend scheinende Satz ist eine R-Evolution, weil er erstmals in der Geschichte seiner und meiner Begegnungen sich auf UNS bezieht, auf das WIR, das er und ich seit Jahren sind. Woher nehme ich den Gleichmut und die Geduld, diese unendliche Langsamkeit UNSERES Seins auszuhalten?

Freitag, 19. Dezember 2008

Ehrlichkeit

Die Bereitschaft zu Ehrlichkeit nach außen spiegelt das eigene Erfülltsein wider. Sprich: Wer erfüllt ist, kann auch viel zu-geben.

;) frei nach

Wandern

Manchmal ist es einfach schön, in der Gruppe zu wandern. Da sind dann sozusagen alle Gefährten perfekt.

Ich weiß nicht, ob es wirklich immer nur um "Bedürfnisse" geht. Der Mensch sucht einen Sinn in seinen Erfahrungen, sozusagen eine Gestalt in den Zeichen, die er wahrnimmt.
Beziehungen in verschiedene Richtungen haben in meinen Augen den Sinn, lustvoll zu leben, lustvoll im Einklang mit der Natur: den Reichtum der verschwenderischen Natur zu begreifen und am eigenen Leib mit-zu-erleben. fragmente

Samstag, 13. Dezember 2008

welcome back

du kannst mein lieben nicht sein lassen
und hoffst das ist mir recht
du willst dich wieder in mich rein lassen
hautnah und lebensecht

ich hatte meinen solarplexus-sender
auf seine Frequenz fokussiert
und es ist tat-sächlich passiert
was ich zu hoffen gewagt: my tender

will love me again and again and ...

Samstag, 22. November 2008

Muße und Gelassenheit

Es gibt einen Luxus jenseits von Geld und Besitztümern:
die Verfügungsgewalt über die eigene Zeit und Lebenszeit.
Nichtstun, sinnfreies Herumwandernlassen der Gedanken, Konzentrationstraining oder Flow anstatt ständiger Beschäftigung und Ablenkung.

Die Neider und jene, welche Macht über andere ausüben wollen,
nennen Muße abwertend "Faulheit".
Schon allein das Wort -Faulheit- ist eine Frechheit,
ist unanständig und menschenverachtend.

Ich habe alle Zeit der Welt und ich komme nicht zu kurz -
ich übe liebevolles, neugieriges Staunen - in Achtsamkeit und Autonomie.

Samstag, 8. November 2008

wieder ohne dich

es ist wieder einmal soweit. du denkst, du denkst! du liebst lieber ohne mich. wie du meinst. allein, ich vermisse dich, jetzt. nicht böse sein! sagst du. wovor hast du angst? ich denke, du verstehst mich! sagst du. ich weiß nicht. ich will nicht. ich denke nicht.

Freitag, 31. Oktober 2008

Mann

du bist warm, groß, stark und selbstsicher wie ein Löwe,
du bist ein wendiger, schlauer Fuchs,
ein treu ergebener Terrier, ein immer gut gelaunter Kater.
Du riechst so wie ich riechen will, du redest,
was ich denken will, du tust, was ich noch lernen will.
Mann, ich werfe meine Idee von Männlichkeit hin auf dich,
meine Lust auf anders sein.
Im Grunde liebe ich mich selbst in dir -
oder besser noch gesagt, liebe ich die Vorfreude auf mich,
die Hoffnung auf mich, den Entwurf meiner selbst.
Und wenn du gehst, vermute ich:
ich habe mich in dir gefunden und genug geliebt.

Sonntag, 14. September 2008

ein satter Sommer

Ich erlebe, wie sich das Glück locken lässt, wenn ich Neid und Eifersucht loslasse - wenn ich gelassen alleine bleiben kann.
Dann erlebe ich:
das Glück klopft an meine Tür, klingelt auf meinem Telefon, lädt mich zu Leben ein, und auf einmal zögert die Zeit, finde mich Fülle, schaue ich strahlende Freude in deinem Gesicht.

Ein satter Sommer wandelt sich in einen reifen Herbst, und ich genieße und liebe, was ist.

Donnerstag, 24. Juli 2008

und sonst ?

"... und sonst ? genieße ich mein Leben", antwortete ich, und in dem Moment war mir wieder einmal sonnenklar, wie wild, gefährlich und lustvoll dieses Leben derzeit für mich ist.
Welche Freiheit dieser Lebensstil jenseits der Konventionen von Geld, Macht und Moral mir ermöglicht.

"Ich will jetzt auch mein Leben genießen" war alles, was ihm dazu einfiel, als er mich zärtlich und zielstrebig an sich zog,
dahin, wo sein
und mein Genuss sich treffen ...

Dienstag, 15. Juli 2008

unsicher

Eigentlich möchte ich meiner selbst sicher sein, mir vertrauen, mich wertschätzen. Meistens gelingt es mir. Manchmal allerdings werte ich mich ab - oder andere auf ... und das führt dann dazu, dass ich mich klein, schwach und unwohl fühle.
Langsam lerne ich, mich selbst zu lieben, wertzuschätzen, mich in meinem Körper wohl zu fühlen.
Mein Ziel ist, diese Frohmut andauernd zu spüren, unabhängig davon, ob X. mich sehen will oder nicht - und nicht alle anderen als Zeitvertreib oder Ersatz für ihn einzuschätzen. Langsam lerne ich, mich als selbst-ständig und allein-stehend zu begreifen. Und dennoch zu lieben.
Oft gelingt es mir.
Aber dann fürchte ich: im Moment fühle ich mich sicher, weil es X. gibt. Wenn auch wesentlich distanzierter als in einer Ehe oder "festen" Beziehung. Aber ich werde begehrt.
Werde ich, wenn es soweit ist, ganz alleine lieben können ? Im Angesicht meines Todes ist das mein Ziel. Oder werde ich erkennen: gerade der Tod verbindet uns in Liebe miteinander ? Und das Begehren führt uns - über den Tod hinaus - zusammen ?

Samstag, 12. Juli 2008

aus dem Vollen

Manchmal frage ich mich, ob meine Art zu leben tatsächlich so außergewöhnlich ist, wie ich es derzeit empfinde. Ich kenne jedenfalls niemanden, der es ähnlich hält wie ich.

Ich bin fast 50 Jahre alt, "Vollzeit" berufstätig, lebe mit meinen 2 Kindern (11 und 17) zusammen, pflege ein intensives Verhältnis zu meinen Eltern, zu 2, 3 Freundinnen ... zu 1, 2 "besten" Freunden ... und zu ungefähr 5 Sexkumpels, mit denen ich mich immer wieder treffe ... manche regelmäßig alle ein, zwei Wochen, zwei so ein, zweimal im Monat, den einen oder anderen seltener, etwa 2, 3, 5 Mal im Jahr. So lebe ich seit meiner Scheidung, vor vier Jahren.
ONS habe ich so gut wie keine (mehr). Und so komme ich auf 5-10 Sexdates im Monat. Mit Kerzenschein und leckeren Snacks, oder bei IHM zuhause, oder im Auto, oder im Sommer draußen auf der Wiese, oder hin und wieder auch mal im Swingerclub meiner Wahl.

Und dann ist da noch SIE.
Ich will deine Spalte kosten, Cherie.
Du fehlst.

Montag, 30. Juni 2008

Mutter !

Die Grund-legende Beziehung eines jeden Menschen ist die zur liebenden Mutter.
Bevor Frau und Mann eine Beziehung "auf Augenhöhe" leben können, muss frau erst zu sich selbst kommen, aus dem patriarchalen Gefängnis ausbrechen ... das kann sie nur in der Beziehung zu einer selbstbewussten Mutter (bzw. deren Symbol) - nicht zu einem (auch noch so vertrauenerweckenden) Mann.
Sonst steht sie in der Gefahr, ihre ganzheitliche Erotik, ihr "selbstbestimmtes, energisches Sexualbedürfnis" (Weiler) aufzugeben und sich nach dem phallischen Modell funktionalisieren zu lassen. (Und damit meine ich auch: sich ins patriarchale System zu integrieren ... in den Grenzen des Kapitalismus zu verbleiben ...).

Sonntag, 29. Juni 2008

freies lieben


Ich-BezugPartner-Bezug
Liebenfreies liebenAufopferung
BesitzenEgozentrismusVerschmelzen

quelle

Sonntag, 15. Juni 2008

mono / poly - games / amore !

Es gibt Monogame, die aus wirtschaftlichen, sozialen, moralischen ... usw. Gründen zusammen sind ... sogar aus Angst oder Scham ... und dann wird "Liebe" als Klebstoff beschworen ... was ist daran "besser" als der Wunsch nach "nur" sexueller Abwechslung ?
Ich stehe von ganzem Herzen zu diesem Wunsch, und lasse mir von niemandem deswegen absprechen, dass ich liebe.

Allerdings kann ich auch nicht mit "Poly-Zusammenwohn-Erfahrung" dienen. Vermutlich haben Leute, die poly(g)amore leben, und noch dazu mit Kindern, wenig Motivation, Zeit bzw. Energie, in weblogs zu schreiben.

Meine Situation ist die einer quasi Alleinerziehenden (2 Kinder), die soziale Unterstützung von der (eigenen) Mutter und Freundinnen erfährt (und auch dringend braucht, wg. Vollzeitberuf) ... ich hätte weder Zeit noch Laune, Reproduktionsarbeit zusätzlich noch für einen oder gar mehrere männliche Partner zu leisten. Deswegen beschränkt sich meine Liebe hauptsächlich auf's körperliche Moment. Ich kenne auch keine Männer, die mich irgendwie "unterstützen" wollten, da sie mit sich selbst, ihren eigenen Kids und ihrem Beruf genug zu tun haben. Auch bei denen beschränkt sich die "tätige" Liebe auf das, was spirit "Sex" nennt. Vermutlich sind das alltägliche Bedingungen, die sich aus dem Zwang ergeben, wesentliche Lebenszeit zur Existenzsicherung zu verwenden.
Vielleicht wäre das anders, besäße ich ein riesengroßes Anwesen mit vielen Räumen. Vielleicht würden sich dann nach und nach einige liebende Polyamore bei mir zusammenfinden. Aber ich spiele kein Lotto ... und will auch nicht von zuhause wegziehen ....

Mittwoch, 11. Juni 2008

wir

Am Wochendende war ich auf einem Tages-Seminar zum Thema "Fundamentalismus und Gewalt". Der anwesende Psychologe definierte "Gewalt" als Macht-Lust an der Ohnmacht anderer. Und dass erlebte OhnMacht vom Gewalt Erfahrenden verinnerlicht würde, und er/sie selbst ihrerseits gewalttätig würde - sei es gegen andere oder sich selbst. (Das mag dem einen oder anderen eine lange bekannte Tatsache sein - für mich ein kleiner "Quantensprung" an Erkenntnis ...)

Bestehen auf Konsens wäre dann ein Ausweg aus den Gewaltsystemen, wäre Widerstand gegen das "Aushalten des Gefühls der Ohnmacht". Es wäre das Bestehen jedes Einzelnen auf sein, mein Bestehen auf MEIN RECHT AUF SELBSTBESTIMMUNG und Eigenmacht- und gleichzeitig auf das Recht jedes einzelnen anderen auf wiederum dessen Recht auf Eigenmacht.

Vielleicht erwächst dieses sehnsüchtig erträumte "Wir" aus dem gemeinsamen Widerstand gegen das Aushalten des Gefühls der Ohnmacht. Oder, positiv formuliert: ich liebe deine Freiheit, wie du meine.

Ich empfinde das als tägliches Ringen, derzeit vor allem im Berufsleben. Aber immer wieder die Erfahrung zu machen, dass Konsens tatsächlich möglich ist, gibt soviel Kraft und Lebenslust, dass sich dieser Widerstand einfach lohnt.

Mittwoch, 21. Mai 2008

Anders denken

Danke, Liebe, für diese Fülle
an Leben, welche ich trinke,
atme, die aus mir fließt.

Danke, Liebe, für jeden Menschen
dem ich begegne, in dem Versuch,
zu Verstehen, dass wir im Grunde
unserer Herzen
dem selben Wollen folgen.

Montag, 12. Mai 2008

Wild Thing


Donnerstag, 8. Mai 2008

Angst

weißt du
ich habe Angst
vor dem "niemals wieder".
Deinen Körper liebe ich,
wie ich niemals liebte
vielleicht
und sie sagen
Körper, Seele und Geist sind Eins
so werden wir uns in Ewigkeit
lieben -
wenn stimmt
dass Zeit nur eine Dimension
unter vielen ist,
ist Liebe
jetzt, immer.

Definitionen

Die Sexkumpeline wird gegebenenfalls als "Affäre" definiert und in die 2. Reihe abserviert. So kann man es sehen, wenn man negativ denkt.

Lebensfördernde Gedanken klingen anders: Da sind Bedürfnisse nach Zärtlichkeit, nach Gemeinschaft, nach gemeinsamen Zielen - die ich Dir nicht erfüllen kann. Wie du mir so Manches nicht erfüllen kannst, was ich brauche. Wir leben in verschiedenen Welten, aber wir berühren uns. Sachte. An manchen Stellen. Manchmal. Immer wieder mal.
Wenn die Zeit Ewigkeit wird, erwacht die Hoffnung leise, und wird Geborgenheit ... und Freiheit.

Wir leben in der Fülle. So ist es und so ist es gut. Wir sind nicht allein.

Donnerstag, 1. Mai 2008

Sehnsucht

"ich bin ziemlich zuversichtlich, dass sich unser Umfeld "poly-denkerisch" verändert, sobald ein zuverlässiger "Kristallisationskern" da ist, der den Impuls gibt. Wie zerbrechlich meine eigene "Polydenke" aber immer wieder ist, merke ich an Tagen wir heute ... wo meine momentane Sehnsucht nach Zuwendung und Geborgenheit nicht erfüllt wird ... aber wann, wenn nicht jetzt und wer, wenn nicht wir könnten die Veränderung bewirken.
Es ist nicht immer leicht, aber es ist wundervoll, diese Veränderung immer wieder in sich und anderen wahrzunehmen. Das Strahlen in den Augen der Freundin, wenn man sie
nicht wegen eines Lovers verlässt, oder in den Augen des Freundes, wenn man ihn nicht wegen einer Neuen verlässt."

laß dich drücken, ich kenn so Momente auch, in denen ich mich frag, ob ich mit einem 'Mono-Leben' die Nähe nicht doch bekommen tät, die ich jetzt grad vermisse .... *herzherz* *kuschel* *drück*!!! und weil ich auch immer wieder feststelle, dass im Grunde nur die momentane Nähe wichtig ist. Dass wir uns nur in Sicherheit wiegen, in eine falsche, wenn wir meinen, dass eine monogame Beziehung uns eben genau das verspricht: automatisch die Zuwendung dann, wenn wir sie brauchen.

quelle

Mittwoch, 30. April 2008

Fülle

Oft habe ich dieses wundervolle Gefühl erlebt, aus der Fülle zu leben: reichlich gesegnet zu sein mit Liebhabern, Freunden, Verehrern. Deswegen kann ich gut nachfühlen, wie gut es ihm tut, diese - in seiner Mono-Denke "eine Beziehung und mich zum Sex"-Rundum-Versorgung mit Zuneigung, Zärtlichkeit, Wohlgefühl zu leben. So ist es gut und so soll es immer sein. Ich gönn' es ihm. Und mir.

Sonntag, 27. April 2008

einverstanden

"Ja, das kann auch bedeuten: In einer geschlossenen Beziehung geht es mir nicht gut, und ich glaube, eine offene Beziehung ist besser für mich.
Oder: Wenn wir bloß alle neun Wochen mal Zeit haben, etwas zusammen zu unternehmen, fällt es mir schwer zu glauben, daß die Beziehung für dich besondere Wichtigkeit hat. Und wer weiß? Vielleicht ist dem andern gar nicht bewußt, daß die Beziehung darunter leidet.

Das Ganze hat auch ein Risiko: Konflikt und Konfrontation könnten zu dem Schluß führen, daß es kein Einvernehmen gibt, Bedürfnisse sich nicht vereinbaren lassen. Dann müßte man akzeptieren, daß es keine Beziehung gibt, zumindest nicht das, was man sich gewünscht hat. Auch das passiert.

Wie ich aber für mich miterlebe, werden Beziehungen durch das Eingehen von Konflikten unter Umständen erheblich besser.
Gut, manche überstehen das nicht oder bleiben einfach wie sie sind, aber sofern man nicht Konfilkte um Unwesentliches führt, hat man dann auch nichts verloren."

quelle: link

Sonntag, 13. April 2008

Sehnsucht

Ich wünsche mir:
Führung und Selbstbestimmung,
Zuneigung und Geborgenheit,
Zugehörigkeit und Freiheit,
Begeisterung und Gelassenheit,
Verständnis und Kritik,
Geilheit und Zärtlichkeit.
Alles
ist bereit.

Samstag, 12. April 2008

Liebe

Das ist vielleicht das Wesen der Liebe: für andere verlässlich zu sein, ohne sich selbst aufzugeben. Verbindlich zu sein, ohne den Anderen zu vereinnahmen.

Mittwoch, 9. April 2008

wir

Mein liebstes Bild ist immer noch: die Löwinnengruppe ... "grins". Freundinnen tun sich zusammen (überwinden Konkurrenz und "Zickenkrieg") - nicht zwingend im Sexuellen, aber manchmal vielleicht doch - kümmern sich verantwortlich füreinander .... das können Verwandte sein (Mutter/Tochter) oder (auch altersunterschiedliche) Freundinnen.
Aus diesem "Ring" heraus entwickeln sich Bande auch zu einem oder mehreren Männern ...

Allerdings sehe ich nicht, dass "Individualität" zurückgenommen werden sollte. Ganz im Gegenteil. Wichtig ist nur, dass wir uns in unserer Verschiedenheit so annehmen wie wir sind - als Indiviuen, und nicht (in erster Linie) als (zur "Frauensolidarität verpflichtete") Frauen.

Und leben können wir das, sobald wir diese Freundschaften als (mindestens) ebenso wertvoll und beständig erachten als "Liebesbeziehungen" zu Männern. Die weibliche Wirklichkeit bestätigt das bereits: die beste Freundin hat frau für's Leben, Männer kommen und gehen.

Dienstag, 1. April 2008

schmerzvoll frei

Da ist wieder dieser brennende Schmerz. Selbstzweifel. Das Gefühl, nicht zu genügen. Durchgefallen, nicht für wert befunden. Unerfüllte Sehnsucht nach Geborgenheit.
Die fixe Idee: ich bin andersartig. Anders, als erwartet. Enttäuschend.

Aber ich will ja gar nicht täuschen. Ich will sein wie ich bin.
Ich will MEINE Sehnsüchte erfüllen, wenn sie mit deinen zusammenpassen. Nicht: mich bis zur Unkenntlichkeit anpassen, nur um Zuneigung zu bekommen.

Es ist Zeit, endlich zu begreifen: ich bin es wert, ich selbst zu sein.

Montag, 31. März 2008

lästig

unwillkommen
lästig, leidig, missliebig, nicht gern gesehen, unerwünscht, ungebeten, ungelegen, ungewollt, unlieb[sam] ... außer der Zeit ... leidig ...

... nur so eine vage Ahnung. Ein bislang unbewusstes, aber begründetes Lebensgefühl. Ich stehe vor der Tür, will hinein, sie ist verschlossen. Ein Alptraum.
Alle schauen mich so an, diesen hässlichen, schreihälsigen Balg, als wäre ich ... gerade mal so ertragen, erduldet, gerade mal so eben angenommen, weil man den Blagen ja nun einmal nehmen muss, jetzt, wo er da ist.

Na dann. Juckt es wohl nicht, wenn ich abtrete. Mich verändere. Meinen eigenen Weg gehe. Ciao.

ich liebe: mich.

Samstag, 29. März 2008

wertfrei ? gut oder schlecht ?

"Diese Gesinnung oder Haltung einer Sache gegenüber kann jede einzelne Person gefühlsmäßig für sich selbst auf “Stimmigkeit” abklopfen. Die Frage: “Fühlt sich das richtig für mich an, was ich da erkannt habe?” ist hier angebracht. Mit ‘gut’ oder ’schlecht’ hat das nichts zu tun."

Der Unterschied liegt darin, ob ich fremdbestimmt oder selbstbestimmt bewerte. "Fühlt sich das richtig für mich an ?"
Als Menschen sind wir in der Lage - und in der Verantwortung ! uns diese Frage immer wieder zu stellen - und zu beantworten.

hier mehr dazu

Mittwoch, 12. März 2008

es tut gut

Oft fürchte ich mich davor, mich anderen zu öffnen. Obwohl ich schon oft zu hören bekam "deine Offenheit tut mir gut" und mir die Offenheit anderer gut tat. Warum dann diese Angst ? Angst, nicht angenommen zu werden, Angst, für andere eine Zumutung zu sein. Liebe ist da, wo die Angst überwunden wurde. Immer.

Sonntag, 9. März 2008

die Eine

ein Aspekt der Monogamie, der vom rein gesellschaftspolitischen etwas abdriftet, der mir aber wieder bewusst wurde bei der (Wieder-)Lektüre Jean Liedloff's "Auf der Suche nach dem verlorenen Glück" ist die Gewissheit unseres Anrechts auf diese bedingungslose, allumfassende Versorgung und Liebe, die nach der Schwangerschaft, nach dem Geborenwerden unsere - in westlichen Gesellschaften meist unerfüllte - Erwartung (und damit Sehnsucht) ist.
Der Geruch der Mutter, der so viel verspricht und so wenig hält (in der Empfindung des Säuglings, der in seinem Kinderbettchen vergeblich nach Wärme, "Hautfalten zum Verstecken" und Getragen-Werden schreit. )

So mancher erwartet diese "eine große Liebe" in einer - in "der einen" Beziehung / Partnerschaft: so wie jeder Mensch nur "eine Mutter" hat, erwartet er nur "eine große Liebe" ...

Ein Weg zur Polyamorie wäre demnach, diesen Mangel an Liebe im Lauf der Persönlichkeitsentwicklung ... vielleicht durch Therapie ? durch spirituelle Erfahrungen ? durch die Erfahrung einer tatsächlichen liebevollen Langzeitbeziehung ? oder durch "promiske Phasen ?" hindurch ... oder wie auch immer ... irgendwann im Leben als ausgeglichen zu erleben - und so frei zu sein, um dieses "Genug" an Liebe von nun an mit anderen Menschen zu teilen in der Lage zu sein.

Freitag, 29. Februar 2008

FrühlingsGefühle

Mein Körper vibriert, der SolarplexusSender strahlt vor Emotionen: Liebe schwingt in der lauen Luft, jeder Windhauch singt eine mir vertraute Melodie. Das Leben meint es gut, säen und ernten sind eins. Schmerzen, Sehnsucht, Trauer, Freude, erwartungsvolle Lust - das Leben fühlen ist Glück. Der Blick zurück erschafft die Wirklichkeit, sich tanzend drehen ins Morgen macht sie zu nichts als - Liebe.

Donnerstag, 28. Februar 2008

hey fanny

Verständnis für unseren Plural. Die große Vereinfachung und andererseits die ungeheure Bereicherung des Lebens, die wir ihm verdanken. Wie armselig, wie vereinzelt, wie prätentiös und peinlich unterstrichen steht das erzählende oder erlebende "Ich" da - wie reich und stark dagegen das "Wir".
"Wir können in dem, was um uns ist, irgendwie aufgehen, untergehen - harmonisch darin verschmelzen. Ich springt immer wieder heraus, schnellt wieder empor ... immer strebt es nach Zusammenhängen - und findet sie nicht. Wir brauchen keinen Zusammenhang - wir sind selbst einer."

quelle

Samstag, 23. Februar 2008

Kumpels für Sex

Zu dem Begriff "Sexkumpel": den hab ich zusammen mit einem meiner Partner kreiert, als wir uns über die Art unserer "Beziehung" klar werden wollten. Ich bestand auf "Gefühle", er fühlte sich durch diese auf seine Füße getreten. Ich erinnerte ihn daran, dass er doch für seine (Fußball- und Motorrad-)Kumpels auch "Gefühle" hätte, er sich für sie krumm legen würde, und sie ihm nicht egal wären, ohne dass er sich von ihnen eingeengt fühlen würde. (Darauf seine Antwort: "Ok, dann sind wir eben Kumpels für Sex, das wollte ich schon so von Anfang an") tja, wir sind eben beide beim Bauern groß geworden ... aber groß ! grins.

Freitag, 22. Februar 2008

Spielfreunde

Es gibt Beziehungen, die nicht vertraglich geregelt sind. Gefühlsmäßig nenne ich die Personen, mit denen ich solche Beziehungen pflege, "Kumpels". Kumpels sind z.B. Leute, mit denen ich gemeinsam Hobbies nachgehe oder sonstige Interessen verfolge: Skifahren, Mopped-Ausfahrten, Schrauben, Feten. Man könnte ohne Weiteres "Spielen" dazu sagen.

Sobald in einer Beziehung etwas "vertraglich geregelt" wird, und sei es auch unausgesprochen, besteht entsprechend des Vertrages eine oder mehrere "Willenserklärungen" und mit ihr/ihnen diesbezügliche Verpflichtungen (ich verpflichte mich selbst oder wir verpflichten uns gegenseitig). Zum Beispiel: sexuelle Treue. Oder: die Pflicht, zu erklären, wo man gestern abend gewesen sei. Das kann selbstverständlich auch eine uneingeforderte Selbstverpflichtung sein.

Diese Verpflichtungen können aber doch durchaus nur ganz speziellen "Teilbereichen" einer Beziehung zugeordnet sein. Beispiel: Mietvertrag, gegenseitige Dienstleistungen verschiedener Art, Elternschaft und ihre Konsequenzen .... und dann könnte man beispielsweise den Teilbereich "Sex" oder auch "Verliebtsein" vollständig aus dem "Vertragsbereich" herausnehmen.

Er: "Ach übrigens, du bist die Einzige, mit der ich derzeit schlafe." Sie: "Hm. Ist bei mir auch so. Sollen wir ... ?"
Er: "Nein, muss nicht ..." Das wäre das Geschenk der gegenseitigen Freiheit. Das war ein Moment, wo fast ein Rechtsgeschäft entstanden wäre.

Meine derzeitige Erfahrung lässt mich die Möglichkeit einer Art von Beziehungen erahnen, die vielleicht viel radikaler als alle anderen LIEBE in Form von Respekt zur Grundlage ihrer Existenz erklären, indem sie IN JEDER HINSICHT auf vertragliche Regelungen verzichten und sich somit allein auf liebevollen Respekt als "Bindungsenergie" verlassen.

Samstag, 16. Februar 2008

Ökonomie des Schenkens

Entsprechend meiner Geisteshaltung sehe ich andere Menschen nicht als "Mittel zum Zweck", sondern als Beziehungs-Partner.

Ich kann den von mir ausgewählten Anderen bitten/bewegen, mir die Befriedigung meiner Bedürfnisse zu schenken, oder ihm eine Gegenleistung anbieten, also quasi ein "Dienstleistungs-Verhältnis" mit ihm eingehen, zu meiner Bedürfnisbefriedigung, oder ich kann, wenn ich möchte, (versuchen) ihn mittels Macht/Gewalt dazu (zu) zwingen.

Ich selbst bevorzuge die Schenkerei. Daraus folgt: Offenlegung der eigenen Bedürfnisse, Wahrnehmung der Bedürfnisse des Anderen, Überlegungen und Austausch darüber, inwiefern mir das "Schenken" und "Beschenktwerden" angenehm ist, und in/wie/fern ich mit dem Anderen "zusammenkomme" (=Verhandlungen, Konsensbildung).

Außerhalb aller Verpflichtungen, dennoch oder gerade deshalb mit absoluter Hingabe und Treue, ermöglicht das gemeinsame, ernsthafte Spiel eine Befriedigung, die kein Raub, kein Austausch, kein Geschenk uns geben kann.

Da unsere Gesellschaft quasi durchseucht ist von Macht/Gewalt, und wir dazu erzogen wurden, uns manipulieren zu lassen/selbst andere zu manipulieren, oder uns und unsere Mitmenschen als "Mittel zum Zweck" zu sehen, ist es eine Frage der persönlichen Entwicklung, wie konsequent ich diese Geisteshaltung leben kann.

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Sonntag, 10. Februar 2008

Ehrlichkeit

Vielleicht würde meine Welt zum Himmel auf Erden, könnte ich wahrhaftig sein. Manchmal will ich gar nicht wissen, wie das geht oder was "Ehrlichkeit" überhaupt ist. Ich habe genug damit zu tun, zu leben. Zuverlässig zu sein, beispielsweise. Verabredungen einzuhalten, Erwartungen an mich zu entsprechen, meine Existenz zu sichern.

Was mich davon abhält, ehrlich zu sein ist meine Bequemlichkeit. Was mich vom Lügen abhält, ist auch meine Bequemlichkeit. Je nach dem. Es ist schon schwer genug, ehrlich zu sich selbst zu sein. Bewusst zu lügen ist vielleicht noch schwerer. Jedenfalls manchmal.

Warum traue ich mich, nicht ehrlich zu sein ?
Warum traue ich mich nicht, ehrlich zu sein ?

Wirklich eine Frage des Mutes ? Vielleicht, eine Frage des Mutes, die KomfortZone zu verlassen. Zur Zumutung für Andere zu werden.

Übrigens auch ein Grund, Single zu sein:
ich habe keine Lust zu Lügen, wenn ich Lust auf einen Andern habe, und ich habe keine Lust auf Ehrlichsein. Ich habe genug damit zu tun, mit mir selbst zurechtzukommen.

Ich habe Lust, dich zu liebkosen,
und mich von dir so richtig durchficken zu lassen.
Meine Weiche deiner Härte zu schenken.
Deine Härte meiner Weiche zu schenken.
Das ist auch schon alles.

Freitag, 8. Februar 2008

HerzensWärme

Gerade wird mir bewusst, wie selten wir uns beim Vornamen nennen. Siezen wäre völlig unangebracht, also beschränken wir uns auf ein "hey Du", oder lassen die Anrede ganz weg. Der weit verbreitet spröde SMS-Stil unter Technikern kommt dieser Gewohnheit entgegen. Mir ist, als wollten wir uns vor allzu großer Herzenswärme schützen. Ich will gar nicht wissen, warum.

Mittwoch, 6. Februar 2008

Hier archie

Sich über- oder unterlegen fühlen ... warum ? Wozu ?
Wie kann ich diese Empfindungen loslassen ?
Sie kotzen mich an.
Ich will Gleichwertigkeit, Ebenbürtigkeit, Balance.
Stolz und Bescheidenheit zugleich.
Wahrhaftige Anarchie.

Dienstag, 5. Februar 2008

einfach sein

gelassen sein, frei. mich gehen lassen, in mich gehen, loslassen. lachen, flirten, bereit. mich verführen lassen, wenn ich will. aber dann wieder gehen. befreit. geduldig sein, mit langem atem einfach sein. das wachsen genießen, das reifen genießen, jeden tag der noch bleibt, genießen.

Freitag, 1. Februar 2008

Sehnsucht

Manchmal ist mir übel vor Eifersucht. Gefühle, als würde einem das Blech wegfallen, der Boden unter den Füßen weggezogen. Noch nicht einmal Schmerzen sind fühlbar, nur Stille im Schock. Als stünde man mutterseelenallein verloren in bitter kalten Nebeln, bar jeglicher Orientierung. Da lässt einzig Sehnsucht das Herz schlagen und einen wärmen und hoffen, sie mögen sich bald verziehen.

Donnerstag, 24. Januar 2008

Polyamore Werte

Mir überlegt, was mich in meinen wesentlichen Beziehungen verbindet. Es ist die Liebe zur Freiheit. "Ich liebe dich" heißt, ich liebe deine Liebe zur Freiheit. Das sagt alles.

Dienstag, 15. Januar 2008

Die Liebe ist ein wildes Tier

Gefühle schonungslos ans Licht gezerrt, vorgeführt in ihrer Hilflosigkeit, dem erbarmungslosen, gierigen wilden Tier zum Fraß vorgeworfen, den Geruch des eigenen, noch warmen Blutes einatmend, das noch zuckende, aus der Brust gerissene Herz in den Händen, die mondhelle Nacht vor Augen, den Schmerz ertragen, bis der Tod mich erlöst: zum Leben verdammt, bis der Tod mich erlöst.

Mittwoch, 2. Januar 2008

Raum sein

(Gemüt - Mütterlichkeit - Mut - Gemütlichkeit)

Mutter sein heißt: ICH BIN DAS LEBEN. Kein Mensch tauchte ein ins Leben, als in mir. Kein Mensch kam auf die Welt, als durch mich. Sowohl als Mann als auch als Frau, erlebte ich die ersten 9 Monate meines Daseins im Mutter-Raum. Die Welt wurde geboren, aus diesem feuchten, warmen, pulsierenden Hohlraum, suchte sich den Weg ins Licht, hinausgetrieben von den lustvollen, rhythmischen, multiplen Orgasmen der Mutter.

(Lebensraum - Gebärmutter - Fruchtblase - Bauch)

Donnerstag, 27. Dezember 2007

es ist so kalt da draußen

und mich friert. ich will allein sein. mich herausnehmen aus dem gerangel um einen platz an der sonne. selber sonne sein. schluss machen damit, mir die maßstäbe anderer anzulegen, mich in das korsett ihrer gedanken zu sperren, mich auf der folterbank ihrer vorstellung von größe zu strecken. ich bin mein universum. ich bin eins.

Sonntag, 9. Dezember 2007

TodesAngst

Manchmal, wenn ich ihn in den Arm nehme, spüre ich seine Angst. Vermutlich fürchtet er, ich wolle ihn nicht mehr loslassen, auf immer umschlingen, wieder verschlingen, ich, Gorgo, die Rächerin, die Schreckliche, ich, die blutrünstige Medusa.
Die Angst des Mannes vor der Frau ist die Angst vor seiner Schuld, vor seiner Erbsünde: die Schuld des patriarchalen Mannes, sich die weibliche Macht, die weibliche Kultmacht angeeignet zu haben. Es ist seine Angst vor dem Tod.

Samstag, 24. November 2007

Single bin Ich

Single bin ich, nicht weil ich DICH nicht lieben würde, sondern weil ich keine Ahnung habe, wie ich das den Anderen beibringen könnte, ohne dass sie heulend oder beleidigt davonlaufen ... und das will ich nicht .... ;o))

Dienstag, 20. November 2007

Eins

Wenn ich eins bin mit mir, dann reichen meine Wurzeln tief in die Erde. Sie saugen erfrischende Intuition auf, lassen Vertrauen und Fröhlichkeit reifen und strahlen Mitfreude aus. Wenn ich eins bin mit mir, haben meine Worte Kraft und Ziel, und sie wirken, was ich will. Wenn ich eins bin mit mir, wärmt mich das Wohlwollen meiner Mitmenschen, unsere Gedanken fließen zu Ideen zusammen, die wir gemeinsam verwirklichen. Wenn ich eins bin mit mir, lacht mir das Glück aus deinen Augen. Und alles, was ich der Erde zurückgeben kann, ist Staunen - und Dank.

Dienstag, 13. November 2007

liebst du mich ?

Heute im Auto legte ich meine lange nicht gehörte Westernhagen-CD "Nahaufnahme" ein und ich wurde mit der eindringlichen Frage "liebst du mich, oder spielst du nur, oder weißt du es nicht so genau ?" konfrontiert.
Ich kenne Westernhagen seit früher Jugend - als leidenschaftlichen Bekenner zur Monogamie ... er will selbstverständlich "sein Mädel" für sich alleine - aber er kann genauso selbstverständlich nicht treu sein, denn er kokettiert auch gerne damit, das ewige Kind zu geben, das sich in seinem Eigensinn verliert. Genau da wird er mir sympathisch, weil ich mitfühle, mich mitfreue an gerade diesem. Die innere Zerrissenheit, die Sehnsucht, alles auf einmal zu wollen: auf ewig Geliebte, und doch keinem treu. Dieser kindliche Eigensinn ist das, was mich tief drinnen berührt und lebendig-sein spüren lässt, der Überlebens-Trieb, der mich heiter und doch zielstrebig aus der Komfort-Zone hinaus, direkt mitten hinein in die Lebens-Lust katapultiert. Und da stören ein paar Tränen nicht, die vor Rührung vergossen werden, über den Traum vom ewigen Glück.
Ja: ich liebe mich, und dich, und dich, und dich. Und ja: ich spiele, und ich weiß es genau ...

Sonntag, 11. November 2007

haltlos Lieben

Und da findet mich dieser Begriff "rückhaltlose Liebe" und ich weiß, das trifft mein Empfinden im Kern. Lieben ohne Netz und doppelten Boden, ohne Ansprüche und Bedingungen.

Samstag, 3. November 2007

several circles

inner circles, open circles ... mein Herz brennt in meinen Händen ... frei sein heißt: frei sein von Angst / frei sein von Denkverboten / frei sein von Manipulationen. Pulsierendes Blut in den Adern spüren, mit jedem Atemzug die Liebe des Universums senden und empfangen / im Augenblick leben.

Donnerstag, 25. Oktober 2007

Lust

Solange mir meine sexuelle Lust und mein Gefühl für Erotik etwas bedeuten, werde ich mich den gängigen, den patriarchalen Vorstellungen davon, wie eine "anständige Frau" zu sein hat, niemals mehr unterwerfen !! Meine Freiheit, und damit meine ich ganz unmissverständlich: meine sexuelle (Entscheidungs-)Freiheit ist die Voraussetzung für meine Lust. Das ist meine ganz persönliche Erfahrung, seit ich diese Freiheit wiedergewonnen habe. Basis dieser Freiheit ist finanzielle Unabhängigkeit, aber die Realisierung ist der eindeutige WILLE und die LIEBE ZUR FREIHEIT.

Und genial ist, wenn ich spüre: mein Partner empfindet das genauso. Erfüllend, das.

Dienstag, 23. Oktober 2007

Schwingungs-impulse ;o))

N' baby you're all that I want / When you're lyin' here in my arms / I'm findin' it hard to believe / We're in heaven /And love is all that I need / And I found it there in your heart / It isn't too hard to see / We're in heaven

Baby ich bin wunschlos glücklich / wenn ich hier in deinen Armen liege / so einfach und doch schwer zu begreifen /wir sind glücklich / Liebe ist alles was wir brauchen / ich kann sie in dir pulsieren spüren / schwer zu begreifen und doch so einfach / wir sind selig ... jetzt.

Samstag, 20. Oktober 2007

genießen

Es tut gut, wenn ich nach einer langen Liebesnacht aufstehe, und der Boden ist fest unter meinen Füßen, und ich fühle mich erfrischt und frei, und ich weiß: die Sonne geht über allen auf, und wir alle sind das Leben, im Hier und im Jetzt, und ich bin die, die ich gestern war und morgen sein werde, und das ist wunderbar.

Samstag, 13. Oktober 2007

Schenken

Bedingungslose Liebe beruht auf dem Prinzip des Schenkens. Sie fragt nicht: "was bekomme ich zurück ?" Und dennoch liegt der Ursprung ihrer ganzen Kraft in vollendeter Selbstliebe. Das habe ich erfahren als stillende Mutter, als lustvolle Geliebte, als kritisch denkende, erwachsene Frau - und es hat mein Leben, meine Sexualität, meine Spiritualität in ihrem Wesen verändert. Gerade nicht in der Selbstaufgabe ist das Glück verborgen, sondern in der Gewissheit: ich liebe mich, und ich liebe mich als Schenkende.

Freitag, 28. September 2007

i-deal

Diese romantische Liebe, wie wir sie fast zwanghaft in unseren Massenmedien als Ideal vorgeführt kriegen - was ist das. Darf ich wenigstens ihren totalitären Sinn, ihren verabsolutierten Wert in Zweifel ziehen ? Die Frage zu stellen wagen, wovon uns der Rückzug in diese bequeme, biedere Privatheit denn abhält ? Nicht fragen: was entgeht mir ohne sie, sondern: welche Chancen öffnen sich mir. Ein Leben voller Träume, Vorhaben und Entwicklungen.

Dienstag, 25. September 2007

anders gesagt

Ich möchte die Form beschreiben, in der mein derzeitiges Handeln und Denken sich entfaltet. Allein, meine Kinder begleitend, selbstbestimmt, leidenschaftlich liebend, kreativ. Liebe, die mein Ich motiviert, Begeisterung, Flow, ein inneres Singen, das den Raum um mich erfüllt. Fürsorglichkeit ist ein wesentlicher Aspekt dieses Seins, aber nicht der einzige. Körperliche Liebe, entwickeln persönlicher Projekte, bewusstes Gestalten meiner Lebenszeit, innovatives Denken und Tun.
Das Wesen und Ziel meiner Existenz ist nicht "die" heterosexuelle Primärbeziehung. Sondern ICH als einer von vielen sich aufeinander beziehenden Knoten im Raum.
Anders gesagt: wer weiß, vielleicht werde ich eines Tages der Liebe meines Lebens begegnen, und es wird eine Frau sein. Wir werden unsere Rinden aneinander reiben, und eine gute Weile beieinanderbleiben. Und die Trauer, wenn wir uns verloren haben, wird uns begleiten bis an unser seliges Ende.

Montag, 17. September 2007

Eins

Vor langer Zeit fragte ich einmal einen Freund, wie er sich denn fühle. Seine Antwort: "Ich hab' derzeit einfach keine Lust auf Gefühle. Ich fühl' mich eins mit mir." Damals hat mich seine Antwort befremdet. Ich konnte mir nicht vorstellen, freiwillig auf Verliebtsein - diesen wundervoll hochfliegenden Rauschzustand - zu verzichten.
Aber heute geht es mir ähnlich. Meine Interessen sind im Augenblick eher geistiger Natur, oder beziehen sich auf meine Kinder und den Beruf. Mein Leben verläuft in ruhigen Bahnen, mein Alltag ist verlässlich und vertraut, und das ist gut so - ich bin eins mit mir, eins mit meinem Leben.

Samstag, 15. September 2007

Poly-Amore

Weil ich meine eigene Freiheit liebe, kann ich verstehen, wenn auch du deine Freiheit liebst. Ich will meine nicht dir "zuliebe" aufgeben, und ich will, dass du deine Dir zuliebe behältst. Selbstliebe ist die Voraussetzung für Gegenliebe, und die Liebe zur Freiheit ist Voraussetzung für Selbstliebe. Und der Inbegriff der Freiheit ist für mich die Freie Liebe. Was genau das meint: ganz bewusst auf ein Ausschließlichkeitsversprechen für Sex zu verzichten.

Noch lebe ich das nicht, Polyamorie. Ich lebe zusammen mit meinen Kindern, als Single. Ich pflege Freundschaften zu verschiedenen Männern und Frauen. Mit manchen habe ich Sex, mit anderen nicht. Mit manchen öfter, mit manchen eher selten. Manche Freundschaften sind intensiver, andere sehr locker. Aber immer bin ich mit dem Herzen dabei. Manchmal ist der Sex im Vordergrund, manchmal die Freundschaft. Am Schönsten finde ich, wenn beides zusammengeht.

Manchmal wünsche ich mir, diese Lebensform ganz offen leben zu können. Weil ich sie genieße, weil ich sie schön finde, weil ich weiß, sie ist für mich richtig und stimmig. Wünsche werden wahr.

Mittwoch, 12. September 2007

ich empfinde

genau das

Dienstag, 4. September 2007

mir egal

Auf 'ne Art hab ich derzeit so ein dermaßen "ihr könnt mich alle mal" - Gefühl. Wenn schon Schnecke sein, dann fühl' ich mich super in meinem Haus. Einen Tick Arroganz genießen, ganz einfach. Rund sein, eins sein, da ist nichts, was mir abgeht. Mich klasse fühlen. Klasse SEIN. Eine Klasse für sich. Rein für mich. Egoarsch sein, und entspannt darüber lachen. Ja ist so: ihr könnt mich mal.

Montag, 3. September 2007

Poly Amore

Die wenigsten Menschen die ich kenne, sind wirklich dazu fähig, Liebesgefühle zu mehreren Intimpartnern (z.B. im Dreieck) eifersuchtsfrei zu "pflegen", selbst wenn sie das woll(t)en.

Meistens wird der Ball dann doch lieber "flach" gehalten, um Tränen, Angst und Schmerzen zu vermeiden.
Sicher spielt auch die Erziehung bzw. Selbsterziehung eine große Rolle.

(Eifersuchts-)frei lieben (!) geht nur, wenn ich all-ein-sein genießen kann. Wenn ich eben gerade NICHT(S) "(er-)warte", sonden den Augenblick l(i)ebe, und meine Beziehungs-Partner nicht (GE-)BRAUCHE, sondern ihnen "einfach so" meine Liebe schenken kann, die aus mir strahlt.

Ist aber sehr leicht zu verwechseln mit etwas GANZ anderem ... so was wie Selbstaufgabe, Anpassung ...

Mittwoch, 8. August 2007

beziehungs-gedanken

Warum ich so intensiv überBeziehungsformen nachdenke ?
Ich will ein gutes Leben leben, mein authentisches Leben, mich mehr und mehr begreifen, mir selbst zur Heimat werden, mich wohl-fühlen. Die Gedanken Luisa Muraro's ("die Ordnung der Mutter") haben mir, wie auch der überlieferte Satz Aspasia von Milet's ("Erotik ist das Ziel aller Erkenntnis") in meinem Sein sehr gut getan.

Ich habe zu prüfen, ob ich mir meine Situation als Single schön-rede aus der Not, ob sie nicht doch eine Mangel-Lage ist, nach deren Ende ich mich sehnen sollte - oder ob sie sich für mich stimmig anfühlt.

Was war: das niederdrückende Gefühl, mich dem Mann oder Vater unterordnen zu sollen, das vage Wissen, etwas stimme nicht, ich sei nicht stimmig in dieser Unter-Ordnung, verschwand mit ihr. Die weibliche Freiheit ist ein Geschenk der Natur, aber sie ist auch eine Verantwortung.

Ich habe das gute Gefühl: ich genieße die Liebe, lebe sie, körperlich, geistig, seelisch, respektvoll in meinem Frau-Sein.
Da ist der Vater meiner Kinder. Da sind die Eltern, Freundinnen, Freunde, gute Bekannte. Kolleginnen, Freunde der Kinder, viele Menschen, denen ich fast täglich begegne.
Ich liebe was ist: bin Mutter, Tochter, Weib.

Dienstag, 31. Juli 2007

Labels

Matriarchatsforschung +++ erfüllte Sexualität +++ weibliche Freiheit +++ Lebensenergie, Blockierung und Lösung +++ Töpferei und Malerei +++ Leben mit Kindern und Jugendlichen +++ Berufspädagogik +++ Naturgarten +++ Farben +++ Motorradfahren +++ Freizeitsport: Inlinern, Windsurfen, Fahrradfahren +++ kreatives Schreiben +++ Wohnen gestalten +++ digitales Fotografieren +++ Trommeln +++ Transformation +++ Leben im Einklang mit der Natur +++ Anarchie +++ anders Wirtschaften +++ globale Kommunikation +++ gutes Leben +++ gesunde Ernährung +++ Ethnojazz +++ Rock, Blues und Reggae +++ Cocktails, Wein und sonstige Genüsse +++ FKK +++ freie Spiritualität +++

was noch ? das Leben ist so kurz ... manchmal habe ich das Gefühl, auseinanderzudriften. Dann nehme ich einen Stein in die Hand, schaue ihn an, und höre, was er mir zu sagen hat ...

Montag, 23. Juli 2007

Moral im Zweierpack

Meine Freundin ist wütend, sagt sie. Wütend auf meine Einstellung zum Sex. Dass ich so oft darüber reden will, und tun: dass ich das so wichtig nehme. Sie will mich vor ihren esoterischen Freundinnen verstecken, weil ich so vulgär und so männerfixiert bin. Sie schämt sich meiner.

Ich liebe Männer, vor allem wenn sie spielen, wenn sie so körperlich-kameradschaftlich miteinander umgehen. Wenn sie sich wie selbstverständlich an den Sack langen. Fußballer unter sich. Gibt es was Männlicheres ? Kahn, Schweini, Ballack, .... wow.

Nur seltsam, wenn sie sich einsam fühlt, wenn sie betrunken ist, dann ist sie ganz anders. Dann darf ich sie liebkosen. Meine männlichen Anteile ausleben. Meine starken Arme um sie legen. Sie mir nehmen. Sie vögeln. Schade. Manchmal wünsche ich mir, sie wäre so vulgär wie ich, ganz nüchtern, und wir würden zusammen: lachen ...

Samstag, 21. Juli 2007

ich vermisse dich jetzt schon

so ganz habe ich es noch gar nicht realisiert. sie ist weggezogen. eine beziehungskiste aufmachen. hunderte kilometer weg. sie, die mich aus der starre, der härte getaut hat, die frau, die mein leben mehr verändert hat als irgendein anderer mensch. jetzt, wo sie weg ist, wird es mir erst so richtig klar. sie, der katalysator meiner liebe zu mir selbst, zu mir als frau. zu meiner unabhängigkeit, meiner kraft. solange ich lebe, werde ich sie lieben, wie meine mutter, meine süße freundin, und so lange ich lebe, werde ich ihre, und meine freiheit lieben. sie ist weggezogen, aber unsere liebe bleibt.

Donnerstag, 19. Juli 2007

warum ich gerne single bin

Ich liebe es, Intimitäten mit einem Liebhaber unbelastet von ökonomischen Problemen oder Alltagssorgen genießen zu können. Sich hin und wieder, mitten im Alltag, eine Auszeit nehmen, eine Kerze anzünden, sich gegenseitig schöne Stunden bereiten. Das will ich mir nicht stehlen müssen, daran will ich auch nicht "arbeiten".

Ich lebe in einem Netz tragfähiger Beziehungen, die meine alltäglichen Bedürfnisse stillen. Familie, ArbeitskollegInnen, FreundInnen, Kumpels.

Entspannung, Zärtlichkeit, Extase - das soll frei sein, unabhängig von Geldsorgen, von Alltagsbewältigung, von Routine. Deswegen ist es wundervoll, Single zu sein. Unverheiratet. Unbewohnt. Unbesessen. Unabhängig. Und trotzdem nicht beziehunglos, einsam oder gar unbefriedigt ...

Natürlich sollte jeder Mensch das zu ihm passende Lebenskonzept leben dürfen. Ich zum Beispiel, bin gerne Single. Aber das muss nicht die Norm sein.

Donnerstag, 5. Juli 2007

orgastisch potent ?

Reich. Bestechend rational. Ein Feminist, in Deutschland, Anfang der 20er Jahre. Die Freiheit der Frauen verändert die Welt, schrieb Luisa Muraro. Trauen wir Frauen uns, Freiheit zu leben, frei zu SEIN !? Finanziell unabhängig sind wir bereits wieder, heute, 2007, und das ist die wesentliche Voraussetzung für freies Denken. Aber das ist erst der Anfang.
Der Gedanke, eine Frau könnte ... existieren, ohne besessen zu sein - ohne die Frau irgendeines Mannes zu sein - führt erst einmal in die Einsamkeit. Aber nicht zwangsläufig.
Ein noch größeres Tabu, an dem Reich bereits Anfangs dieses Jahrhunderts rüttelte: alle Frauen die er kannte, fantasierten "Liebe machen" mit mehreren Männern. Warum ? Woher rührt diese Fantasie ? Wohin soll das führen ? Was, wenn wir sie leben ?!?

Aber wo er meiner Meinung nach irrte: in der Vorstellung, die patriarchale Familie werde vom "Arbeitskollektiv" abgelöst, wie er es in Ansätzen in der Sowjetunion der Zwanziger Jahre zu beobachten glaubte. Hier überschätzt er die Bedeutung der Lohnarbeit und unterschätzt die freiwillige, unentgeldliche, fürsorgliche "Arbeit" im persönlichen Umfeld. Er unterschätzt die Bindungswilligkeit des Menschen außerhalb seines "Arbeitsplatzes". Lebensformen sind heute individuell und sehr verschieden. Menschen organisieren sich in Lebensgemeinschaften, Wohngemeinschaften, Interessengemeinschaften ... das Patriarchat und mit ihm die "Zwangsehe" sind zuende. Frauen sind finanziell selbstständig.
Der erste Schritt in die Freiheit ist getan ...

Montag, 2. Juli 2007

Grenzen setzen - oder Möglichkeiten und Wege aufzeigen ?

Wenn ich Menschen allgemein (und meine Kinder im Besonderen) darin unterstützen will, ihre Persönlichkeit zu entfalten, ist eine behavioristische Sichtweise in meinen Augen eher hinderlich. "Grenzen setzen" als "Erziehungsmethode" ist immer noch in aller Munde, aber diesem geflügelten Wort liegt doch die Vorstellung zugrunde, die Kinder müssten in einem Käfig quasi vor sich selbst in "Schutzhaft" genommen werden, um sie vor ihrer eigenen, unbändigen (dito) Lebenslust zu schützen.

Setze ich dagegen voraus, dass der Mensch als sich selbst bewusster Organismus sich mit seiner Umwelt intelligent und selbst-organisierend "strukturell verkoppelt", sprich in Beziehung(en) setzt, sieht mein Ziel anders aus: es geht nun darum, Regeln zu vereinbaren und sich als Gemeinschaft zu strukturieren, zusammen Rituale zu erfinden, gemeinsame Ziele zu finden .... und Unterstützung zu geben in der Pflege und im Aufbau zwischenmenschlicher Beziehungen .... (!)

Sonntag, 24. Juni 2007

feiern

sich zeit füreinandern nehmen, zusammenkommen. miteinander reden. sich freundliches und freudiges mit-teilen. zusammen essen und trinken, sich miteinander sättigen. sich zu-zwinkern, geschichten erzählen, lachen. sich aneinander wärmen. das leben zusammen gelassen genießen. aus vergangenen tagen mythen erschaffen. wir sind nicht allein.

Mittwoch, 20. Juni 2007

frei sein

wenn ich mich als freie frau denke, sehe ich mich in der verantwortung für mich selbst, meine kinder - und höchstwahrscheinlich auch in nicht allzu ferner zukunft für meine eltern.

einerseits liegt diese verantwortung darin, genügend geld für unseren lebensunterhalt zu erwirtschaften, aber sie ist noch viel größer.

da ist die sicherheit unserer töchter. ich wünsche mir, dass sie nach lust und laune miniröcke tragen und nachts durch die straßen laufen können, ohne unverschämt angemacht zu werden. ich wünsche mir, dass unsere kinder nach ihren begabungen lernen können, nicht "irgendeinen beruf", damit sie "von der straße weg" sind. sie sollen selbstbewusst und selbstbestimmt aufwachsen, ohne angst vor verarmung oder chancenlosigkeit.

ich wünsche uns eine intakte umwelt. saubere seen, grüne wälder, reine luft. dazu eine gut funktionierende infrastruktur, an der alle teilhaben können, unabhängig von finanzkraft oder sozialem status. ein gemeinwesen, das sich am gemeinwohl orientiert, und uns schützt vor unmenschlicher und ungerechter propaganda, vor dem ausverkauf des gemeineigentums, vor der vermarktung unserer lebensgrundlagen.

ich wünsche mir, dass wir als eltern unseren kindern diese sensibiliät weiterzugeben vermögen: achtung vor dem leben, spiritualität in unabhängigem denken, souveränität, mitverantwortung, mitfreude und mitgefühl.

Sonntag, 17. Juni 2007

allein erziehen

Ein Schlag-Wort. Ich bin weder allein, noch erziehend, noch leben meine Kinder ohne Vater. "Erziehen" ist ein Kampfbegriff, der mich vor Wider-Willen erschauern lässt. Ich lebe mit meinen beiden Kindern zusammen, alle paar Tage verbringen sie bei ihrem Papa. Er wohnt am anderen Ende der Stadt, eine halbe Stunde Fußweg von uns entfernt.

Diese Distanz genieße ich. Nach 15 Jahren Ehe und 3 Jahren "allein" sein spüre ich noch immer beglückende Freude über meine Freiheit, jeden Morgen wenn ich aufwache. Mein Alltag ist ausgefüllt mit Job, Hausarbeit, Kindern und Freundschaften, Haus, Garten und Motorradfahren. Langweilig wird mir nie. So hänge ich auch gerne meinen Gedanken nach oder schreibe.

Wo ich kann, unterstütze ich meine Kinder. Vieles kann der Papa besser. Letzte Woche hat meine Tochter mit ihm zusammen Einrad fahren gelernt. Sie liebt mich, ihre Mutter, sagt sie.

Dienstag, 5. Juni 2007

körper-gefühl

Seit zwei, drei Monaten fühlt sich mein Körper fremd an. Die Haut ist spannungarmer geworden, und gleichzeitig dicker. Als ob sie Wasser eingelagert hätte. Die Beine schmerzen und sind abends schwer wie Blei. Ein Schutzpanzer wächst um mich, langsam aber sicher, schränkt mich ein, versteift mich.
Mein Zwerchfell schmerzt, wenn dieser Mann, der "eine Beziehung zu mir" sucht, sich nähert. Seit ich das weiß. Wie ich ihn kenne, will er nicht nur eine Beziehung, sondern mich - meinen Körper - für sich reserviert haben. Da bäumt sich alles in mir auf. Nein ! Ich sage ihm: "Sorry, aber im Moment will ich keine Beziehung" und meine: niemals wieder lasse ich mich einfangen, in eine dieser einengenden Zweier-Beziehungs-Kisten.
Ich WILL alleine sein, allein-stehend, ein Knoten im Beziehungsnetz meiner Freundschaften.

Deshalb nehme ich mir immer wieder not-wendigen Abstand. Sich entziehen, sich wieder aufeinander beziehen - so entstehen in Bewegung, in Balance tragfähige Kraftfelder - ich nenn' es Liebe.

Sonntag, 13. Mai 2007

beziehungs-weise

Die erste Liebesbeziehung erlebte ich mit meiner Mutter. Ihr verdanke ich mein Leben, meine Sprachfähigkeit, mein Liebesvermögen. Weil sie wie ich ist, und doch eine ganz andere, habe ich gelernt, mich zu lieben, und auch die Andere, den Anderen zu lieben.

Obwohl und weil wir verschieden sind, treten wir in Beziehung zueinander. Wenn wir uns berühren, körperlich, geistig oder seelisch, entsteht eine Liebesbeziehung, entsteht ein unterstützendes Kraftfeld zwischen uns.

Wenn wir uns einander zuwenden, wächst und gedeiht ein Beziehungsnetz, das uns trägt, im Jetzt, im Alter, das auch unsere Kinder unterstützt. Wir sind nicht allein.

Donnerstag, 18. Januar 2007